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Über KONTEC 2011

Aus atw 56. Jg. (2011) Heft 12 / Dezember – bitte klicken Sie hier für den originalen atw Text

KONTEC 2011
10. Internationales Symposium „Konditionierung radioaktiver Betriebs‐ und Stilllegungsabfälle“
einschließlich 10. Statusbericht des BMBF „Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen“
Veranstaltungsbericht

Vom 6. bis 8. April 2011 fand in Dresden die „Kontec 2011“ statt. Zum zehnten mal wurden die Themen „Konditionierung radioaktiver Betriebs‐ und Stilllegungsabfälle“ sowie „Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen“ – einschließlich des FuE‐Statusberichtes des BMBF zu diesem Schwerpunkt – im internationalen Rahmen von dieser etablierten Veranstaltung behandelt.

KONTEC 2011

Das Symposiumprogramm präsentierte Plenarsitzungen zu den 4 übergeordneten Themen:

  • Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus Betrieb und Stilllegung kerntechnischer Anlagen
    (Disposal of Radioactive Residues from Nuclear Facilities’ Operation and Decommissioning)
  • Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen
    (Decommissioning and Dismantling of Nuclear Facilities)
  • Anlagen und Systeme zur Behandlung von Betriebs‐ und Stilllegungsabfällen
    (Facilities and Systems for the Conditioning of Operational and Decommissioning Wastes)
  • Transport, Zwischen‐ und Endlagerung von nicht wärmeentwickelnden Abfällen (z.B. Konrad)
    (Transport, Interim and Final storage of Non‐heat Generating Wastes (i.e. Konrad))


Begleitet wurden diese Sitzungen von Postersessions sowie Kurzvorträgen ausgewählter
Präsentationen unter dem Titel „Kontec Direkt“.

Vom 6. bis 8. April 2011 fand unter dem Eindruck des Reaktorunfalls von Fukushima nach dem Tsunami in Japan am 11. März 2011 zum 8. Mal die KONTEC – Internationales Symposium „Konditionierung radioaktiver Betriebs‐ und Stilllegungsabfälle“ einschließlich des 10. Statusberichts des BMBF „Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen“ statt. Eingeladen hatten die Veranstalter mit den guten Erfahrungen hinsichtlich Vortragsinfrastruktur und Ausstellungsmöglichkeiten wiederum in das Congress Center der sächsischen Landeshauptstadt Dresden an der Elbe.

Die weiterhin hohe Teilnehmerzahl mit stetig steigendem auch internationalen Interesse zeigt, dass diese im 2‐jährigen Rhythmus stattfindende Fachveranstaltung national und international als etabliert und vom Konzept und den Inhalten her als fachlich sehr förderlich angesehen wird.

Das gemeinsam mit der Fachgruppe „Stilllegung und Entsorgung“ der Kerntechnischen Gesellschaft organisierte Symposium machte mit den nationalen und internationalen Fachbeiträgen zu den einzelnen Schwerpunktthemen auch die insgesamt wichtige Bedeutung der betreffenden Fachgebiete Stilllegung, Rückbau, Abfallbehandlung und Endlagerung deutlich. Zudem brachte die zum Zeitpunkt der Veranstaltung noch in der politischen Diskussion befindliche vorzeitige und mit weitreichenden Aufgaben verbundene Abschaltung mehrerer Kernkraftwerke in Deutschland vielfältige Aspekte in das Symposium.

Mit 44 Vorträgen in den Plenarsitzungen sowie 46 Posterpräsentationen – je 4 pro Sektion auch zusätzlich als Kurzvortrag im Rahmen der Session Kontec Direkt – war das Programm der Veranstaltung auch vom Umfang her im Vergleich zur vorhergehenden wieder gewachsen. Der 26‐köpfige Programmausschuss hatte dabei einen fachlich fundierten und aktuellen Querschnitt der Fachgebietsthemen ausgewählt. In der technischen Quintessenz zeigten die Fachvorträge dass und wie die Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus Betrieb und Stilllegung kerntechnischer Anlagen sowie der Rückbau kerntechnischer Anlagen und Einrichtungen eine planbare, lösbare bzw. gelöste und eingeplante Komponente des Lebenszyklus in der Kerntechnik ist. Die vorgestellten Technologien gehören dabei zu den heutigen Hochtechnologien mit fortschrittlichsten Verfahren.

Zum 5. Mal wurden die Vorhaben aus dem FuE‐Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen” (10. Statusbericht) des Projektträgers Wassertechnologie und Entsorgung – PTKA‐WTE am Karlsruher Institut für Technologie – KIT vorgestellt und in das Programm integriert, um beginnende, laufende und abgeschlossene FuE‐Ergebnisse einzubringen.

Prämiert wurden auch auf der Kontec 2011 der beste Plenarvortrag, der beste Kontec Direkt Kurzvortrag und die beste Posterpräsentation:

Die 3 diesjährigen Preisträger waren:

  • Bester Plenarvortrag: Thomas Scheit, Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH für seine Präsentation mit dem Thema „Betriebserfahrungen bei der Konditionierung von flüssigen, radioaktiven Abfällen mit der MAVAK‐Anlage“, gehalten in der Sektion 3 „Anlagen und Systeme zur Behandlung und Verpackung von Betriebs‐ und Stilllegungsabfällen“
  • Bester Kontec Direkt Kurzvortrag: Sabine Behrens, Institut für Werkstoffkunde an der Leibniz Universität Hannover für Poster und Präsentation zum „Schutz durch Hochgeschwindigkeitsflammspritzschichten auf dickwandigen End‐ und Zwischenlagerbauteilen zur Reduktion von Reparaturen, Korrosion und Kosten – SHARK – Ein Überblick zum Abschluss des Projektes“, vorgestellt in der Sektion 3 „Anlagen und Systeme zur Behandlung und Verpackung von Betriebs‐ und Stilllegungsabfällen“
  • Beste Posterpräsentation: Benjamin Rohrmoser, ZT WB Radiochemie, TU München RCM mit dem Titel „Nutzung von Bremsstrahlungsinformation zur zerstörungsfreien Charakterisierung radioaktiver Abfallgebinde“, präsentiert in der Sektion 1 „Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus Betrieb und Stilllegung kerntechnischer Anlagen“. Professor Dr.‐Ing. Friedrich‐Wilhelm Bach zeichnete als Vorsitzender des Programmausschusses die Preisträger aus.
KONTEC 2009

Folgende Themen standen im Fokus der Plenarvorträge sowie der Poster‐Präsentationen:

  • Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus Betrieb und Stilllegung kerntechnischer Anlagen
    (Disposal of Radioactive Residues from Nuclear Facilities’ Operation and Decommissioning, Session 1)
  • Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen
    (Decommissioning and Dismantling of Nuclear Facilities, Session 2)
  • Anlagen und Systeme zur Behandlung von Betriebs‐ und Stilllegungsabfällen
    (Facilities and Systems for the Conditioning of Operational and Decommissioning Wastes, Session 3)
  • Transport, Zwischen‐ und Endlagerung von nicht wärmeentwickelnden Abfällen (z.B. Konrad)
    (Transport, Interim and Final storage of Non‐heat Generating Wastes (i.e. Konrad))


Eine begleitende Fachausstellung mit 44 Ausstellern rundete das Tagungsangebot im Congress Center Dresden ab.

Die erste Plenarsitzung unter Leitung von Günter Petzold (RWE Power AG) und Rudolf‐Josef Printz (Forschungszentrum Jülich) hatte in 6 Vorträgen die „Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus in Betrieb und Stilllegung kerntechnischen Anlagen“ zum Thema.

Vorträge mit technologischer Ausrichtung hatten zum Gegenstand die „Schneidladung als Zerlegeverfahren beim Rückbau von kerntechnischen Anlagen und Qualifizierung im kerntechnischen Umfeld “, das „Abtragen von Gummibeschichtungen Verfahrensentwicklung und ‐vergleich“, die „Dekontamination von Rohrleitungen und sonstigen Ausrüstungsgegenständen aus der Erdöl‐ und Erdgasindustrie (NORM) in einer Wüstenregion (Libyen)“, ein „Neues Verfahren für die Konditionierung von Flüssigabfällen in Containern für das“, die „Einlagerung von schwach‐ und mittelradioaktiven Abfällen in das Transportbehälterlager Ahaus“ sowie „Zweckgerichtete Freigabe in Baden‐Württemberg – Erfahrungen bei der Kontrolle“.

Vorträge mit technologischer Ausrichtung hatten zum Gegenstand die „Schneidladung als Zerlegeverfahren beim Rückbau von kerntechnischen Anlagen und Qualifizierung im kerntechnischen Umfeld “, das „Abtragen von Gummibeschichtungen Verfahrensentwicklung und ‐vergleich“, die „Dekontamination von Rohrleitungen und die Dekontamination und Freimessung des Ausbaugeländes im Joint Research Centre Ispra, Italien“.

Die mit 17 Vorträgen wiederum stark besetzte Plenarsitzung der Sektion 2 „Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen“ präsentierte sich in 3 von Udo Helwig (VKTA Rossendorf), Dr. Helmut Steiner (Kernkraf twerk Gundremmingen), Peter Hildwein (Siempelkamp NIS Ingenieurgesellschaft mbH) und Dr. Holger Spann (E.ON Kernkraft GmbH) geleiteten Teilsitzungen. Die Beiträge umfassten übergeordnete, konzeptionelle Themen sowie Beiträge zu technischen Detaillösungen für spezielle Aufgaben. Im ersten Sitzungsteil waren dies „New Strategic Trends in Nuclear Decommissioning: Site Reuse, Restricted Release, Entombment, Incremental Decommissioning“, „Genehmigungsverfahren beim Rückbau des Kernkraftwerks Mülheim‐Kärlich“, „ Alternative Prozesskühlung für den Einsatz der Seilschleiftechnologie im Rückbau kerntechnischer Anlagen Gegenüberstellung des Prozessverhaltens an Stahl im ungekühlten und gekühlten Fall“, „Zerlegung des Reaktordruckgefäßes (RDG) im KWW“, „Ausbau, Zerlegung und Verpackung des Reaktordruckbehälters mit peripheren Einrichtungen des Kernkraftwerkes Stade“ sowie der „Sichere Ausbau von radioaktiv kontaminierten Betonschächten „Roman Pits“ und anschließen de Dekontamination und Freimessung des Ausbaugeländes im Joint Research Centre Ispra, Italien“. Es folgten im 2. Sitzungsteil Vorträge zur „Gezielte Anlagendekontamination zur Vorbereitung des fernhantierten Rückbaus am Beispiel der Verglasungsanlage VEK“, „Sicherheitsoptimierung beim Rückbau der MOX‐Anlage von Belgonucléaire (BN) in Dessel (Belgien)“, zum „Fernhantierter Rückbau der Wärmeisolierung der KNK – Erfahrungen und Ausblick“, „Mehrzweckforschungsreaktor (MZFR) in der letzten Phase des Rückbaus: Erfahrungen aus dem fernhantierten Abbau des Biologischen Schildes“, „BRENNILIS – Erster Einsatz von Industrierobotern für den Rückbau eines französischen Kernkraftwerks“, „Vorgehen bei der radiologischen Freigabe des Standortes VAK zum konventionellen Abbruch“. Die abschließende Sitzung umfasste Beiträge zur „Ermittlung des Fertigstellungsgrades von kerntechnischen Rückbauprojekten“, zum „Vom Atomgesetz zur Grünen Wiese – der letzte Schritt des VAK“ sowie zum „Stilllegungskonzept als Bestandteil der Planung neuer Kernanlagen in der Schweiz am Beispiel der Rahmenbewilligungsgesuche für die Ersatzkernkraftwerke Beznau und Mühleberg“.

Anlagen und Systeme zur Behandlung und Verpackung von Betriebs‐ und Stilllegungsabfällen waren der Titel der von Dr. Ralf Versemann (RWE Power AG) und Dr. Michael Weigl (Karlsruher Institut für Technolgie – KIT) geleiteten Plenarsitzung der Sektion 3. Die 10 Präsentationen waren entsprechend auf Technologien konzentriert. Das Spektrum der Beiträge reichte von „Experimentelle und numerischen Untersuchungen von stoßdämpfenden Werkstoffen für Behälter zur Entsorgung radioaktiver Stoffe“, „Stauchversuchen mit querdehnungsbehinderten Fichtenholzproben verschiedener Faserorientierungen bei veränderlicher Dehnrate“, dem „Beitrag zur Weiterentwicklung der Simulationsmethoden von stoßdämpfenden Materialien und Strukturen – Ein Statusbericht aus dem Forschungsvorhaben QUEST“, der „Konditionierung von radioaktiven Abfällen am Beispiel von Produktionsabfällen aus nicht‐kerntechnischen Anwendungen“, „Mobile Manipulator Carrier Vehicles for Nuclear Applications“, bis hin zu „New methods for treatment of organic materials containing radioactive waste water resulting in small amounts of conditioned solid radioactive waste“, „Betriebserfahrungen bei der Konditionierung von flüssigen, radioaktiven Abfällen mit der MAVAK‐Anlage“, „Reinigen von kontaminierten Teilen aus Kernkraftwerken und Atom‐U‐Booten“, dem „Hot‐Wire‐Plasmaschneiden mit exotherm abreagierendem Zusatzwerkstoff zur Erhöhung der Schneidleistung“ und „Maßnahmen zur Strahlenschutzvorsorge radioaktiv belasteter Großflächen durch Sanierung mittels Phytoremediation und anschließende Verwertung der belasteten Pflanzenreststoffe (PHYTOREST)“.

In der von Dr. Peter Brennecke, Heinz Geiser (GNS Gesellschaft für Nuklear‐Service), Hans‐Jürgen Blenski (GNS Gesellschaft für Nuklear‐Service) und Dr. Heinz Kröger (TÜV Nord EnSys), geleiteten Plenarsitzung der Sektion 4 Transport, Zwischen‐ und Endlagerung von nicht wärmeentwickelnden Abfällen (z. B. Konrad) standen weitere 10 Vorträge im Fokus, die auch die aktuellen Schwerpunkte dieses Bereichs verdeutlichten, d.h. wesentlich administrative sowie verwaltungsrechtliche und Verwaltungsverfahrensfragen. Themen war „Erfahrungen mit der Umsetzung der gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis für das Endlager Konrad aus Sicht der zuständigen wasserrechtlichen Aufsichtsbehörde“, „Vorgehensweise zur Beantragung von Stoffen oder Behältern zur Aufnahme in die Stoff‐ und Behälterliste“, „Umsetzung der Gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis Konrad durch den Endlagerbetreiber“, „Maßnahmen zur Kontrolle der stofflichen Zusammensetzung radioaktiver Abfälle“, „Antrag auf Aufnahme von abfallverursacherspezifischen Stoffvektoren in die Stoffliste“, „Aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Behälter‐ Bauartprüfungen für das Endlager Konrad“, „Umfassendes Werkstoffprüfprogramm zur Charakterisierung des Verhaltens von Endlagerbeton unter statischer und dynamischer Beanspruchung“, „Endlagergerechte Verfüllung von Abfallgebinden“, „Anforderungen an die Endlagerdokumentation für schwach‐ und mittelradioaktive Abfälle“ sowie „Die Vorbereitung der Öffentlichen Hand auf die Einlagerung im Endlager Konrad“.